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5 Wege, um die Freude am Job wiederzufinden

Freude Job

Die Leiden der Leistenden

  • Unzufrieden am Arbeitsplatz?
  • Überfordert?
  • Unterfordert?
  • Keine Perspektiven?
  • Schlechtes Betriebsklima?
  • Chaotische Unternehmenskultur?
  • Unmotiviert?
  • Resigniert?
  • Der falsche Beruf?
  • Die falsche Firma?
  • Konkurrenzdruck?
  • Stress durch Changemanagement?
  • Zu wenig Anerkennung und Wertschätzung?
  • Ständige Verfügbarkeit?
  • Keine Erholungsphasen?
  • Stetig steigende Anforderungen?
  • Hektik und Oberflächlichkeit?
  • Sinnentleerte Tätigkeiten?
  • Unbefristete Arbeitsverträge …

Die Liste der Klagen ist lang. Die Arbeitswelt, so scheint es, produziert immer mehr Unglückliche und offenbart ihre dunkle Seite in steigendem Leistungs- Erfolgs- und Anpassungsdruck. Psychische Erkrankungen und Burnout 

Foto: pixabay

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nehmen in einem Maße zu, das schon von einer Volkskrankheit gesprochen wird. Ein Indiz dafür, wie sich das Arbeitsleben in einer Weise verändert hat und verändert, die für viele ungesund ist und ihnen die Leistungskraft und Lebensfreude raubt.

Hier besteht auf gesellschaftspolitischer Ebene dringender Handlungsbedarf. Aus volkswirtschaftlicher Sicht ist diese Entwicklung ebenfalls wenig erfreulich, da nur anwesende, leistungsfähige und motivierte Mitarbeiter/innen einen dauerhaften Unternehmenserfolg garantieren. Folglich werden Gesundheitsprogramme mit präventivem Charakter für die Mitarbeiter/innen implementiert in der Hoffnung, so die Fehlentwicklung, insbesondere was Burnout angeht, aufzuhalten.

Dabei müssen sich Unternehmen eingestehen, dass diese Programme nur begrenzt hilfreich sind. Wer ausgebrannt und frustriert ist, braucht eine nachhaltige Neuausrichtung einhergehend mit entsprechenden Veränderungen in seinem Arbeitsumfeld. Hier reichen die Regelungen des Arbeitsschutzgesetzes nicht weit genug.
Erste Anzeichen, das ein Umdenken stattfindet, sind Anti- Stress-Initiativen: so wurde jüngst von der IG Metall eine Anti-Stress-Verordnung entworfen, die das bestehende Arbeitsschutzgesetz mit zusätzlichen Regelwerken ergänzen soll, um die psychischen Belastungen am Arbeitsplatz zu reduzieren.

1. Selbst aktiv werden und Einfluss nehmen

Von solchen Initiativen können die zurzeit Betroffenen noch nicht profitieren. Sie sind vielmehr gefordert, selbst aktiv zu werden. Die Botschaft an sie lautet:

Warte nicht, bis andere etwas tun, fange selbst an, etwas zu verändern.“

Das ist leichter gesagt als getan und klingt für manche realitätsfern. Vor allem, wenn ohne Unterstützung von außen nach einem Ausweg gesucht wird, kann die Neuorientierung zu einer kraftraubenden Belastungsprobe werden, die für einige jenseits ihres Vorstellungsvermögens liegt. Nach dem Hilfe-zur-Selbsthilfe-Prinzip kann z. B. ein Coach oder Therapeut helfen, innere Widerstände und Blockaden zu durchbrechen und sich für neue Wege der Bewältigung von Krisen und Problemen zu öffnen.

Es gilt, das Vertrauen in die eigene Lösungskompetenz zurückzugewinnen und sich für neue Aufgaben stark zu machen. Voraussetzung dazu ist eine Veränderung der Einstellung zu sich selbst und zum Umfeld. So lassen sich Fixierungen auf die negativen Aspekte der Arbeit aufweichen und lösen. Typisch für mentale Blockaden sind Gefühle der Ohnmacht, Hilflosigkeit und Frustration, die in dem Glauben verankert sind, keinen Einfluss auf die Situation nehmen zu können, d. h. ausgeliefert zu sein. Der perfekte Nährboden für psychische Erkrankungen und Burnout!

Der Tanz um das Problem

Dabei kreisen die Gedanken um Konflikte, Zweifel, Befürchtungen und Konsequenzen, die sich aus der Situation ergeben könnten. Das hört sich z. B. so an:

  •  Wie soll ich das noch schaffen? Die Arbeit als solche macht mir ja Spaß, aber der zunehmende Leistungsdruck und das Gefühl, daran nichts ändern zu können, machen mich fertig.
  • Habe ich überhaupt noch die Kraft für eine neue berufliche Herausforderung?
  • Wenn ich die Veränderungen nicht mittrage, dann verliere ich womöglich meinen hart erarbeiteten Status. Andererseits sehe ich keinen Sinn in den neuen Strukturen.
  • Unser Zielvereinbarungssystem produziert Konflikte am Fließband. Es ist der reinste Horror für mich, Zielvereinbarungsgespräche zu führen.
  • Immer mehr Kolleginnen und Kollegen fallen durch Burnout aus. Wenn es hier so weitergeht, bin ich der nächste Fall.
  • Das Dilemma ist, dass ich die Firma nicht wechseln will, andererseits es aber dort kaum noch aushalte.
  • Ich komme mit meinem Chef nicht klar. Sein Führungsstil und seine Art zu kritisieren ziehen mich runter. Den Kollegen geht es genauso. Niemand unternimmt etwas dagegen. Die Personalabteilung schweigt.
  • Das Betriebsklima hat sich drastisch verschlechtert. Meine Mitarbeiter sind weder mit Druck noch mit guten Worten zu bewegen, mehr Engagement zu zeigen.
  • Ich bin unzufrieden wie es momentan bei mir läuft. Ich sehe kein Land mehr. Mein Frust überträgt sich schon auf meine Mitarbeiter und meine Familie. Wie kann ich mich wieder motivieren?

Die Betroffenen stehen vor Ihrem Problem und beobachten es akribisch in all seinen Erscheinungsformen. Nach dem Gesetz der Resonanz erfahren sie so aus allen Richtungen eine Bestätigung für ihr Problem und geben ihm so neue Nahrung. Das Problem wächst und gedeiht.

Probleme kann man niemals mit derselben Denkweise lösen
durch die sie entstanden sind.
Albert Einstein

Treue Mieter

Entscheidend für den Weg aus dem Dilemma ist eine grundsätzliche Veränderung der Blickrichtung in Form einer 180-Grad-Drehung weg vom Problem hin zur Lösung. Vielleicht hilft die Vorstellung, dass es einen Raum gibt für Probleme und einen für Lösungen. Beide existieren unabhängig voneinander. Zwischen beiden Räumen gibt es eine Verbindungstür. Befinde ich mich im Problemraum, dann kann ich auch nichts anderes sehen als die Raumausstattung des Problems. Es kann zur Gewohnheit werden, sich bevorzugt in Problemräumen aufzuhalten. Langzeit-Mietern von Problemräumen mögen sich einmal folgende(n) Fragen stellen: (wobei sie damit schon die Klinke zum Lösungsraum in der Hand halten 🙂 )

  • Wie viel Aufmerksamkeit / Zuwendung bekomme ich durch das Problem?!
  • Wovor schützt es mich? Wie sähe ein Leben ohne das Problem für mich oder andere aus?
  • Was käme nach dem Problem an neuen Aufgaben auf mich zu?
  • Wie sehr habe ich mich in der Komfortzone meines Problems häuslich eingerichtet?
  • Welche Entwicklung bremst das Problem aus? Wofür und für wen ist diese Bremse gut?!
  • Was soll sich ändern und an die Stelle des Problems treten?
  • Woran würde ich merken, dass das Problem gelöst ist?
  • Woran würden andere merken, dass mein Problem gelöst ist?

2. Suche nach Ressourcen

Dieser ungewohnte Umgang mit einem Problem bringt die Wende. Das Problem ist zwar noch da, aber es verliert in dem Maße an Schwere, wie ihm eine neue Bedeutung gegeben und es in einem anderen Zusammenhang gesehen werden kann. Das Problem mutiert so plötzlich zur Quelle von Ressourcen. Aus Problemgrübelei wird eine Entdeckungsreise ins Land der Möglichkeiten. Muskeln werden nur stark, wenn sie immer wieder auf Widerstand stoßen. Widerstände und Hindernisse sind daher wertvolle Attribute von Problemen, deren Überwindung uns erfahren lässt, welche Ressourcen wir bisher ausgeblendet haben.

3. Was kann bleiben?

Zu Beginn dieser Reise ist es sinnvoll zu würdigen, was alles gut ist im Leben:

  • Welche Bewältigungsstrategien waren bisher hilfreich?
  • Welche positiven Aspekte nehme ich mit aus meinem privaten und beruflichen Umfeld?
  • Was gefällt mir an meinem Leben? Wofür bin ich dankbar?
  • Worin bin ich stark?
  • Welche Talente sind mir in die Wiege gelegt?
  • Welche Tätigkeiten machen mirSpaß?
  • Woraus ziehe ich meine Energie?

Selbst unter sehr ungünstigen Bedingungen lassen sich positive Aspekte finden, die helfen, das Leben zu meistern. Je mehr Ressourcen, desto größer das Kraftfeld, desto leichter fällt die Neuausrichtung.

„Sei Du selbst die Veränderung, die Du Dir wünschst für diese Welt.“

Mahatma Gandhi

4. Was kann ich ändern?

Es mag vordergründig so sein, keinen Einfluss auf andere zu haben, aber man hat immer Einfluss auf sich selbst. Insofern gibt es mehr Einflussmöglichkeiten als angenommen:

  • unsere Einstellung ändern und die Dinge mit anderen Augen sehen.
  • Menschen und Umstände neu bewerten und so einen anderen Standpunkt annehmen.
  • versuchen, nicht mehr zu werten.
  • unser Verhalten ändern und mit den Impulsen, die wir dadurch in unser Umfeld senden, eine Kettenreaktion auslösen.

In der Veränderung, die von uns selbst ausgeht, liegt eine große Macht. Doch worin können wir uns verändern, was bringt uns weiter?

Nachfolgend einige Beispiele für Wachstumspotenziale:

  • Werteklarheit: Erforschen, was wirklich wichtig ist, woran das Herz hängt, wonach sich das Handeln ausrichtet.
  •  Widerstandskraft: Alte Bewältigungsstrategien auf ihre Krisentauglichkeit überprüfen und durch neue ergänzen oder ersetzen.
  • Selbstbehauptung: Grenzen setzen und sich behaupten.
  • Authentizität: Stellung beziehen und Verantwortung übernehmen.
  • Sinnstiftung: Initiativen starten, von denen positive Impulse auf das private und berufliche Umfeld ausgehen.
  • Zielklarheit: Lebensvision entwickeln und sich darauf zu bewegen
  • Spiritualität: Zu sich selbst finden, sich zentrieren, die Kraft aus der eigenen Mitte finden, meditieren, Stille suchen, Natur erleben…

Die Wachstumspotenziale hängen alle miteinander zusammen. Deshalb können wir unser ganzes Potenzial in Schwingung versetzen, wenn wir es an nur einem Punkt berühren.

5. Optimistisch bleiben, Geduld haben

So manches (berufliche) Problem entpuppt sich im Nachhinein als wahrer Segen für die persönliche Weiterentwicklung. Die Ausgangslage mag die gleiche sein, durch ein neues Denken und Bewerten kommen wir jedoch zu ganz anderen Ergebnissen und verändern damit die Wirklichkeit für uns selbst und für andere. Wir haben das Potenzial, auch aus unerfreulichen Situationen etwas Vorteilhaftes für uns selbst und alle Beteiligten zu schaffen. Ein Problem zeigt, dass noch nicht alle Ressourcen ausgeschöpft sind. Wir müssen nur nach ihnen suchen und den Willen haben, unser Potenzial zu nutzen.

Letztendlich sind wir  immer schöpferisch tätig. Mit allem, was wir tun oder nicht tun, sagen oder nicht sagen.

Titelfoto: unsplash.com by Luca Upper

– Vielen Dank für eine kurze Erwähnung oder Weiterleitung dieses Beitrags!
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2 Kommentare

  1. Andrea Faulhaber sagt

    Liebe Brigitte,

    schöner Artikel.
    LG aus Leipzig

  2. admin sagt

    Danke, liebe Andrea!
    Schöne Grüße aus Hohenstein
    Brigitte

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