Führung
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Führen und Leiten

Wissen, in welcher Rolle was gefragt ist

Führen und Leiten: Menschen in Führungspositionen haben nicht immer angenehme Botschaften zu kommunizieren. Mitunter müssen sie mehr leiten als führen, dass heißt, mehr den betriebswirtschaftlichen Aspekt bzw. den gesamten Prozess sehen als die Person des Mitarbeiters, um die Existenz des Unternehmens dauerhaft zu sichern.

In meiner Beratungspraxis erlebe ich immer wieder, wie sehr Führungskräfte unter dem Spagat „Führen und Leiten“ leiden. Das kann soweit gehen, dass der/die Betreffende nicht nur seine Tätigkeit, sondern gleich seine ganze Person in Frage stellt. Wer möchte schon gerne bei den Mitarbeitern als Buhmann abgestempelt und wegen unpopulärer Entscheidungen angefeindet werden? Nicht wenige drohen unter dem Sympathieverlust zu zerbrechen.

Oft ist den Betreffenden nicht bewusst, dass sie als Führungskraft sowohl eine leitende als auch eine führende Rolle inne haben. Manche kennen den Unterschied zwischen Führen und Leiten nicht einmal. Die mangelnde Rollenreflexion bringt daher viele Führungskräfte ins Schleudern, insbesondere dann, wenn in Unternehmen Changemanagement angesagt ist. Dann zeigt sich, wer als Führungskraft seine Rollen kennt und darin überzeugen kann.

Kompetenzen im Zweierpack: Führen und Leiten

Die Zeichen der Zeit in Unternehmen stehen aber nun mal auf Veränderung – alles ist im Umbruch und kein Unternehmen wird sich dem auf Dauer entziehen können. Umso wichtiger ist es, dass Führungskräfte genau unterscheiden, wie und in welcher Rolle sie sich am besten in den jeweiligen Phasen einer Veränderung (Leugnungsphase – Widerstandsphase- Erforschungsphase- Akzeptanzphase) einbringen. Weiterhin ist es wichtig, dass sie sich die notwendige Distanz zum Geschehen wahren, um den Überblick zu behalten.

Ich habe einmal sehr eng mit einem CEO zusammengearbeitet, der es m. E. hervorragend verstand, den Spagat zwischen Unternehmensleitung und Mitarbeiterführung zu meistern. Er war trotz teils heftiger und schmerzlicher Einschnitte, die er zu vertreten hatte, wie Standortverlegungen und Standortschließungen, allseits sehr beliebt.

Das Geheimnis seines Erfolgs war u. a. (und ist sicher immer noch):

  • Bewusste Wahrnehmung seiner Führungs- und Leitungsfunktion
  • Perfekte Balance zwischen Nähe und Distanz
  • Stehvermögen und Durchsetzungskraft
  • Vorbildliches Selbst- Zeit und Zielmanagement
  • Glaubwürdigkeit
  • Großzügigkeit
  • Aufgeschlossenheit
  • Transparente Kommunikation

Wer als Führungskraft die Herzen der Mitarbeiter gewonnen hat, hat es leichter, sie für Veränderungen zu gewinnen und sie erfolgreich durch den Veränderungsprozess zu führen.

Nachfolgend die wichtigsten Unterschiede zwischen Führen und Leiten:

Leiten fragt nach Zweck, Objekt, Methode.

Die erforderlchen Techniken dazu sind

  • Prozessanalyse,
  • Prozesssteuerung,
  • Kostenrechnung.

Leiten begründet Koordination und Kostennutzenanlalyse und heißt, objektive Kostennutzenbedingungen schaffen. Leiten bedeutet daher klären, vormachen, systematisieren, vorberechnen, vorzeichnen.

Führen fragt nach Sinn, psychologisch-motivationalen Aspekten.

Die Techniken sind hier

Führen begründet Ko-Operation und Sinn-Bedeutungsanalyse; Führen heißt, individuelle Motivationsbedingungen schaffen. Führen bedeutet erklären, begeistern, überzeugen, helfen, ermöglichen, vorleben, Vorbild sein und coachen können.

Führen und Leiten sind wie zwei Seiten einer Medaille:

wer sie sich umhängt, muss beide Seiten sehen und zu beiden Seiten stehen. Das heißt, beide Seiten sollten poliert werden, um damit gut auszusehen.

Bildquelle: unsplash.com / By Nick Scheerbart

Was sind Ihre Erfahrungen dazu? Ich freue mich auf IhrenKommentar 🙂

– Vielen Dank für eine kurze Erwähnung oder Weiterleitung dieses Beitrags!
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